Mountain Gorillas in ihrer natürlichen Umgebung
A dream comes true - Gorilla Tracking im Bwindi Impenetrable Forest National Park
Gebrieft und begleitet von Rangern der Uganda Wildlife Authority haben wir uns mehrere Stunden durch den dichten Regenwald geschlagen und durften, nachdem die Tracker unsere zugeordnete Familie (handsome) gespottet hatte, eine ganze Stunde lang wilde Berggorillas (gorilla berengei) hautnah und in ihrer natürlichen Lebenswelt beobachten und erleben. Doch das, was wir am Ende erlebt haben und nun für immer in unseren Herzen tragen dürfen, übertraf am Ende bei weitem alle Erwartungen.
Denn während wir unsere Familie in dem kleinen Tal fest im Blick hatten, gesellte sich plötzlich eine weitere dazu und wir wussten gar nicht mehr, wo wir als nächstes hinschauen sollten: weit über 20 Tiere insgesamt, 3 riesige »silverbacks«, bestimmt 5 Jungtiere (davon eins nur wenige Wochen alt) - einfach unfassbar und eine absolute Seltenheit so viele Tiere gleichzeitig sehen zu können!
Dass wir auch mit ihnen einen Großteil unserer Gene teilen (>98%), war in dieser Zeit nicht zu übersehen. Das jüngste Familienmitglied ist z.B. beim/nach dem »breastfeeding« immer wieder eingeschlafen. Wie ein kleines Menschkind.
Wenngleich sich ihre Population der Berggorillas etwas erholt hat, gibt es nur noch etwa 600 Exemplare und sie sind ebenfalls auf der »roten Liste« der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als stark gefährdete Tierart gelistet. Umso wichtiger ist es, dass u.a. bestehende Schutzmaßnahmen der umliegenden Regierungen (Demokratischen Republik Kongo, Ruandas und Ugandas) erhalten, ausgeweitet und fortgesetzt werden.
Auf dem Rückweg konnten wir im Dickicht sogar noch einen Bergelefanten entdecken.
Chimpanzee Island (Sanctuary) & Chimpanzee Trekking
»Ngamba Island Chimpanzee Sanctuary and Wildlife Conservation Trust «
Auf dieser Insel, die 1998 gegründet wurde, leben etwa 50 Schimpansen und erholen sich in einer sicheren und so natürlichen Umgebung wie möglich von ihren erlittenen Qualen & Traumata. Einige von ihnen sind verwaist, andere wurden aus dem illegalen Haustier- oder Buschfleischhandel gerettet bzw. beschlagnahmt.
Tagsüber können sich die Schimpansen auf der 95ha großen Insel frei im Wald bewegen und auf Nahrungssuche gehen. Dennoch wird ihre Ernährung mehrmals täglich ergänzt, damit es keine Mangelerscheinungen gibt. Sie können auf der Insel z.B. kein oder nicht genügend Fleisch jagen. Also bekommen sie quasi »supplements« und auch ein jährlicher »check-up« beim Doc steht auf dem Programm. Also eigentlich genau wie bei uns. Kann ja auch nicht anders, wenn wir ca. 98% unserer Gene mit diesen wunderschönen Tieren teilen.
In der Wildnis würden die Schimpansen jede Nacht ein neues Schlaf-Nest bauen und am nächsten Morgen weiterziehen. Da die Insel hierfür jedoch zu klein ist und sie dadurch über kurz oder lang zerstört würde, schläft ein Großteil der Schimpansen nachts in einem Haus. Sie bekommen kleine Hängematten aufgehängt, in denen sie dann mit Gras ihre Schlafnester bauen können.
Auf der Insel kommen Schimpansen - anders als in der Wildnis - aus verschiedenen Ländern zusammen (z.B. Uganda, Russland, Österreich). Es kann daher bis zu zwei Jahre dauern, bis neue gerettete Tiere sich in der Gruppe integriert haben. Keine leichte Aufgabe.
Ich habe länger überlegt, ob ich das Santuary besuchen soll oder nicht und hoffe, dass ich meine Recherche sorgfältig genug betrieben habe. Am Ende gehe ich mit einem ganz guten Gefühl. Wir haben ein ausführliches Briefing erhalten und dabei viel über die Schimpansen und das Sanctuary gelernt. Zudem durften wir die Tiere bei der Fütterung nur von einer Aussichtsplattform beobachten. »Hands on« für Touris gibt es hier nicht. Und das ist gut so! Auch die Infos auf der Webseite (Mission, Werte, Geschichte, Kooperationspartner etc.) erschienen mir als vertrauens- und glaubwürdig.
»Chimpanzee Trekking im Kibale Forest National Park«
In diesem rund 795 Quadratkilometer großen Park präsentiert sich die größte Primaten-Vielfalt Ostafrikas. Insgesamt 13 verschiedene Arten - die wir leider nicht alle gesehen haben - leben hier. Darunter zum Beispiel auch Stummelaffen (red/black & white colobus monkeys), Rotschwanzmeerkatzen (red tailed monkeys), blue monkeys und viele mehr. Im Kibale Nationalpark leben auch die vorm aussterben bedrohten L'Hoest-Affen (allochrocebus lhoesti). Auf der »roten Liste« der IUCN (International Union for Conservation of Nature) werden sie als »vulnerable« (verletzliche) Tierart mit abnehmendem Bestand gelistet.
Der Bestand der von uns beobachteten Schimpansen nimmt ebenfalls weiter ab und dass, obwohl sämtliche Schutzbemühungen in den letzten Jahren erheblich zugenommen haben. Sie haben - im Vergleich zu den L'Hoest-Affen - bereits eine weitere, traurige Stufe auf der »IUCN redlist« erreicht und gelten damit bereits als »endangered« (gefährdet). Alles was darüber hinausgeht, möchte ich mir gar nicht erst vorstellen …
Eine ganze Stunde lang hatten wir das Glück, diese besonderen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu dürfen. So friedlich, so einmalig, so wunderschön und mit Worten kaum zu beschreiben.
Wat Pa Tam Wua Forest Monastery
Vipassana-Meditation in einem buddhistischen Kloster in Thailand
Was für viele unvorstellbar oder unmöglich erscheint, klingt für andere nach der absoluten Erholung: 10 Tage Schweigen in einem buddhistischen Kloster in Thailand. Damit wollte ich mein Weltreise-Jahr eigentlich starten - also quasi vom Bürostuhl direkt zur Erleuchtung oder so ähnlich. Es kam - aus Gründen - und zum Glück - dann doch irgendwie anders. Jetzt war ich endlich da und hatte eine wirklich schöne Zeit.
»Wat Pa Tam Wua«
Das Kloster liegt im Norden von Thailand (zwischen Mae Hong Son und Pai) wunderschön mitten im Grünen. Die Fahrt mit dem Nachtbus dorthin ist kurvenreich und die Berglandschaft erinnert mich mit dem aufsteigenden Nebel in den Bäumen sofort an Uganda.
Wer etwas über den Buddhismus lernen möchte, wer achtsamer, konzentrierter und vielleicht auch (noch) glücklicher durchs Leben gehen möchte oder wer sich eine zeitlang fokussieren und auf das Wesentliche reduzieren möchte, trifft hier auf Gleichgesinnte aus der ganzen Welt.
»daily routine«
Der Tagesablauf ist immer gleich und man wird gebeten, an allen Angeboten teilzunehmen. Auch freiwillige Hilfe morgens in der Küche oder über den gesamten Tag verteilt, ist hier immer gerne gesehen und wird dankend angenommen.
- 05:00 morning meditation in your kuti
- 06:30 rice offering to the monks
- 07:00 breakfast
- 08:00 morning dharma talk, and meditation class (walking & sitting)
- 10:30 food offering to the monks
- 11:00 lunch
- 12.50 afternoon dharma talk and meditation class (walking, sitting & lay down)
- 16:00 cleaning the area and helping in the monastery
- 17:00 free time
- 18:00 evening Chanting, meditation (sitting) and dharma talk
- 20:00 meditation on your own, or have tea, coffee, hot chocolate & relax
- 22:00 rest time
»Schweigen ist nicht gleich schweigen!«
Ob man die Zeit im Monastery schweigend verbringen möchte oder nicht, entscheidet man selbst und kann dies durch einen Sticker am T-Shirt für andere sichtbar machen. Die Regeln sind jedoch nicht so streng wie befürchtet und man darf sie sich für anpassen. Meine Interpretation vom Schweigen war am Ende so: Ich versuche, so wenig wie möglich zu sprechen, nicht in alle Geschichten und Dramen von mir oder der anderen Personen mit einzusteigen und möglichst mit meinem Fokus und meiner Energie bei mir zu bleiben. Ein höfliches »good morning/good night« oder die Nachfrage nach dem aktuellen Wohlbefinden, habe ich mir erlaubt und fand es stimmig. Auch Gespräche mit meiner Kuti-Nachbarin Maria aus Spanien (Kuti = Holzhütte) habe ich mir erlaubt.
»Was ich aus 10 Tagen Vipassana mitnehme? Zu viel, um es aufzuschreiben«
Wir haben wohl alle eine ganze Menge Hausaufgaben von den »monks« mitbekommen. Das ein oder andere davon wird sicherlich eine Lebensaufgabe sein (bleiben). Anderes ist sicherlich einfacher im Alltag umzusetzen und zu integrieren. Wir haben alle unseren »monkeymind« und müssen lernen, mit ihm zu leben und gut auf uns und andere Acht zu geben.
Mein Vertrauen in das Leben und mich selbst wächst von Tag zu Tag. Alles passiert aus einem guten Grund und falls nicht, möchte es uns vielleicht etwas lehren. Wie das kaputte Ipad. Was mich vorher bestimmt stundenlang beschäftigt, geärgert und genervt hätte, juckt mich hier gerade kaum. Klar ist es blöd, aber auch völlig unwichtig gerade. Ich merke, dass ich immer ruhiger werde und nur noch denke: »Lass es einfach los. Das wird schon!« Und genau in dem Moment des Loslassens taucht im nächsten Augenblick dieses Glühwürmchen im Zimmer (vielleicht das erste in meinem Leben?), flattert fröhlich umher und ich freue mich so sehr über diesen Anblick, dass ich mich spontan für das kaputte Ipad bedanke und mir eine Glücksträne über die Wange kullert. I love it!
Das bewusste nach Innen richten der eigenen Gedanken, das Zurückziehen der Sinne (z.B. das Schweigen) und das Reduzieren von äußeren Einflüssen war sehr wohltuend. Und es ist faszinierend, wie wenig es eigentlich für ein herzliches, emphatisches, dankbares und wohlwollendes Miteinander braucht. Denn sind wir mal ehrlich, wie viel von dem, was wir den ganzen Tag von uns geben oder uns anhören, ist am Ende wirklich »wichtig« und »gut« für uns oder unser Gegenüber?
Und mir gefällt die Vorstellung davon, dass wir uns alle auf einer Reise befinden und diese Reise nicht automatisch damit endet, dass unser Körper aufhört zu atmen und wir ihn verlassen. Unser »mind« wird danach weiter reisen, bis wir all unsere Lektionen gelernt haben. Wir suchen uns einfach einen neuen Körper, ein neues, passenderes zu Hause und versuchen es »besser« zu machen. Vielleicht werde ich ja mal ein Orca?
Was ich auch mag ist, dass man sich in »Wat Pa Tam Wua« nicht verabschiedet. Sie sagen nicht »goodbye« sondern »see you next time«. Das ist ganz nach meinem Geschmack und genau wie in Uganda. So, see you next time @watpatamwua
»Was ich vermissen werde…«
Die kleinen Alltagsroutinen, wie das Öffnen der Holzläden hinter dem Moskitonetz. Die »dharma talks« und den Humor der »monks«, die ständig vom BBQ und andere lustige Geschichten aus alten Zeiten erzählt habe. Den wohl ältesten Hund, den ich jemals gesehen habe - weit über 100 Jahre. Die warmen Regenschauer und die morgendliche Gesänge der Waldbewohner. Das Buddha-Glas.
»Und was es sonst noch so gab?«
Zahlreiche Moskito-Stiche und Moskito-Repellent der wie Parfum riecht, eine kleine zischende grüne Schlange (und die Thais, die mich ausgelacht haben, als ich rückwärts einen großen Bogen um sie gemacht habe), niedliche kleine Echsen als Mitbewohner, muchas mariposas, eine kleine verwirrte Kakerlake und Vorlage für das nächste Karnevals-Kostüm meiner Nachbarin, schwarze puschelige Raupen (hab den Namen schon wieder vergessen, aber anfassen ist keine gute Idee), unzählige Ameisen, Kokosnüsse, Mangos, Jackfruits … Reis, Reis und nochmals Reis.
Asante sana auf 5.895m - Kilimanjaro
Ich weiß nicht, wie oft ich in der Nacht vom Aufstieg bis eins gezählt habe - ich weiß nur, es war verdammt oft. Ein Schritt - Pause - dann der nächste Schritt - und wieder Pause. Pole pole sage ich mir wie eine Schallplatte mit Sprung, während mein Guide für mich singt und mich zu motivieren versucht. So ging es über Stunden. Noch nie in meinem Leben war ich körperlich so am Ende. Und gleichzeitig treibt mich etwas an - etwas, das sehr viel tiefer geht, als ich mir bewusst machen kann. Ein Kraft die so stark ist, dass ich dann doch noch die letzten Meter vom Stella Point bis zum Uhuru Peak auf mich nehme. Giving up is not an option & no pain, no gain - das waren meine beiden Sätze, die ich mitgebracht habe auf den Berg. Und am Ende habe ich es tatsächlich geschafft und ich stehe auf dem Dach Afrikas. Jedes Mal, wenn der Vollmond mich an dieses ganz besondere Erlebnis erinnert, geht mein Herz auf. Asante sana - Kilimanjaro! Asante sana - für all das, was du mich gelehrt hast und für die Kraft die du mir gegeben hast. Asante sana - für das freundliche Jambo welches mich den ganzen Weg über begleitet hat. Asante sana - für den Wohl schönsten und hart erarbeiteten Ohrwurm am Ende einer wundervollen Reise.
Jambo, jambo Bwana
Habari gani
Mzuri sana
Wageni, mwakaribishwa
Kilimanjaro, hakuna matata.